Automatischer Datenaustausch ist mehr als eine Verbindung zwischen zwei Programmen. Damit ein Messwert im ERP nutzbar wird, müssen seine Bedeutung, Probenzuordnung und Freigabe erhalten bleiben. Ein LIMS kann diesen Zusammenhang zwischen Prüfauftrag, Messung und geprüftem Ergebnis führen.
Der Prüfauftrag gibt den fachlichen Rahmen
Ein ERP kann einen vereinbarten Prüfauftrag oder Probendaten an NOVA übergeben. Dafür braucht es eindeutige Auftrags- und Probenbezüge sowie definierte Angaben zu Material, Charge und Untersuchungen. Nicht jedes Feld des ERP muss im LIMS kopiert werden; es sollten die für den Prozess erforderlichen Daten sein.
Welche Stammdaten übernommen und welche lokal gepflegt werden, ist eine eigene Entscheidung. Eine Übernahme bei Auftragseingang ist keine permanente Stammdatensynchronisation. Für jede relevante Kennung muss feststehen, welches System sie führt und wie Änderungen behandelt werden.
Ein Beispiel aus der Produktionskontrolle
Redaktionelles Beispiel: Eine Produktionsprobe soll auf Feuchtigkeit untersucht werden. Das Labor ordnet ihr eine eindeutige Kennung und die vorgesehene Analyse zu. Am Messplatz wird die Probe identifiziert; anschließend wird die Messung im Laborprozess gestartet. Ein automatischer Gerätestart aus dem ERP ist dafür nicht erforderlich.
Liefert das Gerät beispielsweise 0,28 %, muss die Integration erkennen, zu welcher Probe und Analyse der Wert gehört und welche Einheit gilt. Erst nach der vereinbarten fachlichen Prüfung und Freigabe wird das Ergebnis zurückgemeldet. Welche Produktionsentscheidung das ERP daraus ableitet, ist gesondert festzulegen. Das Beispiel ist kein Nachweis einer vorhandenen Schnittstelle für ein bestimmtes Gerät oder ERP.
Welche Informationen der Messwert mitbringen muss
Je nach Geräteausgabe stehen Probenkennung, Parameter, Einheit, Messzeitpunkt oder Gerätestatus direkt im Datensatz. Fehlen Angaben, muss die Zuordnung über einen anderen kontrollierten Kontext erfolgen, etwa eine vorab eröffnete Messsitzung. Eine zufällige zeitliche Nähe zweier Vorgänge ist kein belastbares Zuordnungskonzept.
Vor der Umsetzung wird ein Feldmapping erstellt: Welche Quelle liefert welchen Inhalt und in welches Zielfeld gehört er? Zu prüfen sind unter anderem Dezimalzeichen, Einheiten, Nachkommastellen, fehlende Werte, Wiederholungsmessungen und Gerätefehlermeldungen. Rohwert und fachlich aufbereitetes Ergebnis dürfen nicht unbeabsichtigt verwechselt werden.
Schnittstellen nach dem tatsächlichen Datenweg auswählen
Eine serielle Schnittstelle kann mit geeigneter Hardware und einem Collector genutzt werden. Andere Geräte exportieren Dateien oder bieten eine dokumentierte Netzwerkschnittstelle. Die passende Lösung hängt davon ab, wie Daten vollständig bereitgestellt und Messungen identifiziert werden können.
SENAITE dokumentiert eine JSON-API zum Lesen und Bearbeiten von Datensätzen sowie für Workflowaktionen. Die Berechtigungen des verwendeten Benutzers wirken auch auf den API-Zugriff. Das ist eine technische Grundlage, keine fertig konfigurierte ERP-Anbindung. Endpunkte, Rechte und Verhalten müssen gegen die eingesetzte Version geprüft werden. [1]
Auf ERP-Seite ist zu klären, ob ein geeignetes API, ein Importformat oder ein anderer vereinbarter Austauschweg verfügbar ist. Ein Datei- oder Netzwerkformat allein beweist weder Kompatibilität noch fachlich richtige Verarbeitung.
Ergebnisprüfung vor die Rückmeldung setzen
Definieren Sie, welche Ergebnisse übertragen werden dürfen. Reicht ein einzelnes geprüftes Analyseergebnis oder muss der gesamte Untersuchungsumfang abgeschlossen sein? Wie werden Abweichungen, fachliche Kommentare und spätere Korrekturen mitgeteilt? Diese Regeln gehören in das fachliche Schnittstellenkonzept.
Ein fachlich freigegebenes Laborergebnis ist von einer Material- oder Chargenfreigabe im ERP zu unterscheiden. Die erste Entscheidung betrifft die Ergebnisprüfung im Labor. Die zweite kann weitere betriebliche Kriterien berücksichtigen. Eine Schnittstelle darf diese Entscheidungen nicht stillschweigend gleichsetzen.
Übertragung und Verarbeitung getrennt bestätigen
Ein HTTP-Status oder eine erfolgreich abgelegte Datei zeigt zunächst einen technischen Vorgang. Für den Laborprozess muss zusätzlich nachvollziehbar sein, ob der richtige Datensatz im Zielsystem angekommen und wie vorgesehen verarbeitet worden ist. Vereinbaren Sie dafür die tatsächlich verfügbaren Quittungen und Kontrollen.
Nach einer Unterbrechung muss der Wiederanlauf geregelt sein. Für doppelt gelieferte Daten, unbekannte Kennungen und korrigierte Ergebnisse braucht es eindeutige Entscheidungen. Rückhaltung, Statusanzeige, Meldung und Wiederholungslogik sind projektspezifischer Umfang; ihre Verfügbarkeit ist im Test nachzuweisen.
Den Gesamtweg mit realistischen Fehlerfällen testen
- Ein gültiger Auftrag durchläuft den gesamten Prozess. Prüfen Sie Kennungen, Analysezuordnung, Einheit, fachliche Freigabe und den tatsächlich verarbeiteten Datensatz im ERP.
- Eine Zuordnung fehlt oder ist widersprüchlich. Prüfen Sie den vereinbarten Klärungsweg und stellen Sie sicher, dass keine unbemerkte falsche Zuordnung erfolgt.
- Daten sind ungültig oder die Verbindung bricht ab. Prüfen Sie Hinweise, Zuständigkeit, gegebenenfalls zurückgehaltene Daten und den kontrollierten Wiederanlauf.
- Ein Datensatz kommt erneut oder wird korrigiert. Prüfen Sie das Verhalten bei Wiederholung, Ergebnisversion und erneuter Freigabe. Wiederholte Übertragung darf nicht ungeprüft neue fachliche Fakten erzeugen.
Mit einem definierten Umfang beginnen
Für ein KMU-Labor ist ein überschaubarer Datenfluss oft der geeignetere Start als die sofortige Kopplung aller denkbaren Systeme. Nehmen Sie den vollständigen Bedarf auf und legen Sie fest, welche Prozesse, Geräte und Schnittstellen in welchen Schritten umgesetzt werden.
NOVA Connected umfasst ein ERP-System, einen definierten Austauschkanal und die als integrierbar bestätigte Geräteflotte im vertraglich festgelegten Umfang. Permanente ERP-Stammdatensynchronisation und bidirektionale Gerätesteuerung sind nicht automatisch im Basispreis enthalten. Der konkrete Umfang wird vor der Umsetzung technisch geprüft und vereinbart.
Quellen und weiterführende Informationen
Quellen geprüft am 26. Oktober 2026. Die Praxisbeispiele und Umsetzungsschritte sind redaktionelle Einordnungen; sie belegen keine pauschale Produktverfügbarkeit.
Den Datenweg weiter vertiefen
Wie sich Übertragungsfehler vermeiden lassen · Geräteintegration · ERP-Integration · NOVA-Funktionsumfang
Welche Übergabe möchten Sie verbessern?
Beschreiben Sie den Weg eines Messwerts in Ihrem Labor. Gemeinsam klären wir Anforderungen und technische Voraussetzungen.